So entsteht dein Teil
Wir drucken im FDM-Verfahren (Schmelzschichtung): Ein Drucker schmilzt einen Kunststoffstrang und legt ihn durch eine feine Düse Bahn für Bahn ab, Schicht für Schicht von unten nach oben. Jede Schicht ist zwischen 0,12 und 0,28 mm hoch. Ein Teil besteht also aus hunderten übereinanderliegenden Lagen, und genau das prägt sein Aussehen und seine Eigenschaften.
Schichtlinien gehören dazu
Das Wichtigste zuerst: Die einzelnen Schichten sind auf der Oberfläche sichtbar und fühlbar. Das ist kein Fehler, sondern das Erkennungszeichen des Verfahrens, bei jedem 3D-Druck-Dienstleister der Welt. Wie deutlich die Linien ausfallen, kannst du beeinflussen:
- Schichthöhe: 0,28 mm druckt schnell und zeigt die Schichten deutlich, 0,20 mm ist der ausgewogene Standard, 0,12 mm wirkt aus normalem Betrachtungsabstand schon fast glatt. Die Schichthöhe wählst du im Konfigurator unter Profi-Einstellungen.
- Oberfläche des Materials: Matte Filamente (PLA Matte) kaschieren Schichtlinien am besten. Glänzende und seidige Oberflächen (Basic, Silk) betonen sie eher.
- Form des Teils: Auf senkrechten Wänden sind die Linien fein und gleichmäßig. Auf flach geneigten Flächen entsteht ein Treppeneffekt, weil die Schichten dort breiter auslaufen.
Unterseite, Überhänge, Stützstellen
Die erste Schicht wird flach auf die Bauplatte des Druckers gedruckt. Unsere Drucker arbeiten mit der strukturierten Original-Platte: Die Unterseite deines Teils ist dadurch eben und übernimmt deren feine, gleichmäßige Narbung, in der Wirkung ähnlich wie sandgestrahltes Material, mit leichtem Glanz. Schichtlinien gibt es auf der Unterseite keine; sie sieht sichtbar anders aus als die Seitenflächen, das ist bei jedem FDM-Druck so. Am Rand der Unterseite kann die erste Schicht eine Spur breiter auslaufen, weil sie für gute Haftung leicht an die Platte gedrückt wird.
Du magst es lieber glatt und matt? Im Konfigurator gibt es die Option glatte Unterseite (+ 4,90 € je Position): Wir rüsten dafür auf die glatte Druckplatte um und vermessen das Druckbett unmittelbar vor dem Druck neu, die Unterseite wird dann völlig glatt und seidenmatt statt leicht glänzend genarbt.
Hängt ein Bereich frei in der Luft (zum Beispiel ein Vorsprung oder eine Brücke), druckt der Drucker darunter Stützstrukturen mit. Wir entfernen sie vor dem Versand, das ist im Preis enthalten. An den gestützten Flächen bleibt die Oberfläche aber etwas rauer und matter als am übrigen Teil. Kleine Kontaktspuren sind fertigungsbedingt und kein Mangel.
Maße und Passungen
3D-Druck ist maßhaltig, aber kein Präzisionsdrehteil. Als Orientierung: Rechne mit fertigungstypischen Abweichungen von einigen Zehntelmillimetern, je nach Größe und Geometrie des Teils. Bohrungen und Innenkonturen fallen dabei eher etwas enger aus als gezeichnet.
Wenn Teile ineinandergreifen sollen (Deckel, Steckverbindungen, Aufnahmen), plane in deinem Modell 0,2 bis 0,4 mm Spiel zwischen den Passflächen ein. Für Gewinde und Flächen, die du nachbearbeiten willst, ist die Ausführung Massiv die richtige Wahl.
Wie stabil ist so ein Teil?
Deutlich stabiler, als viele beim ersten Kontakt erwarten. Gedruckte Teile sind innen nicht massiv, sondern mit einem Gittermuster gefüllt; Wandstärke und Füllgrad bestimmst du über die Ausführung (Deko, Standard, Stabil, Massiv). Für die meisten Alltagsteile reicht Standard, für Halterungen und beanspruchte Teile empfehlen wir Stabil.
Zwei Eigenheiten solltest du kennen:
- Belastungsrichtung: Entlang der Schichten sind Teile am stärksten. Quer dazu, also wenn Kraft die Schichten auseinanderziehen will, sind sie empfindlicher. Bei einfachen Alltagsteilen spielt das selten eine Rolle, bei stark belasteten Haken oder Hebeln schon.
- Temperatur und Wetter: PLA ist steif und präzise, wird aber ab etwa 55 bis 60 °C weich; ein Autoinnenraum im Sommer ist zu viel. Für Outdoor, Hitze und dauerhafte Belastung ist PETG die bessere Wahl: zäher, temperaturbeständiger und UV-stabiler.
Womit 3D-Druck nicht vergleichbar ist
Ein gedrucktes Teil sieht nicht aus wie ein Spritzgussteil aus dem Laden. Es hat keine spiegelglatte Oberfläche, an einer Stelle des Umfangs liegt eine feine Naht, wo jede Schicht beginnt, und bei seidigen oder transluzenten Materialien können vereinzelt feine Fäden oder kleine Pickel auftreten, die wir soweit möglich entfernen. Dafür bekommst du etwas, das Spritzguss nicht kann: dein individuelles Teil ab Stückzahl 1, in Tagen statt Wochen und ohne Werkzeugkosten.
Was ein Mangel wäre und was fertigungstypisch ist, haben wir transparent in unseren AGB unter Punkt 7 (Beschaffenheit) beschrieben.
Unsicher? So gehst du auf Nummer sicher
- Erst ein Muster, dann die Serie: Bestelle ein einzelnes Teil und prüfe es in der Hand, bevor du eine größere Stückzahl orderst. Ab 5 Stück greift ohnehin unser Staffelpreis, das Muster kostet dich also keinen Rabatt.
- Datei nicht druckbar? Unsere automatische Prüfung sagt dir direkt nach dem Hochladen, ob deine Datei druckfertig ist. Wenn nicht, repariert sie unser Druckreif-Service.
- Fragen vor der Bestellung: Schreib uns an bestellung@fabparts.de, gern mit deiner Datei und dem Einsatzzweck. Wir sagen dir ehrlich, ob 3D-Druck dafür passt und welches Material wir nehmen würden.
Du hast noch keine 3D-Datei?
Auf Plattformen wie Printables oder MakerWorld findest du hunderttausende fertige Modelle zum kostenlosen Download, von Ersatzteilen bis Deko. Lade die STL- oder 3MF-Datei dort herunter und bei uns hoch. Beachte dabei die Lizenz des Modells; viele erlauben nur die private Nutzung. Und wenn es dein Teil noch nirgends gibt: Wir konstruieren nach Foto, Zeichnung oder Muster, Anfrage an bestellung@fabparts.de.
Direkt loslegen
Datei hochladen, Preis sofort sehen, in Tagen geliefert. Gefertigt auf unserer eigenen Druckfarm in Lage.